Artikel unterschiedlicher Autorinnen und Autoren sollen hier thematisieren, kritisieren,
aber natürlich in erster Linie zum Nachdenken anregen, Impulse geben,
Lösungen vorstellen und eigene Ideen wecken. Es lohnt sich also, hin und wieder hier hereinzuschauen …

Text: Beate Reuter-Manz (Beitrag in der  Südwest Presse/Ausgabe vom 8.2.19)

Wir wollten ein Zeichen setzen. Deshalb haben wir uns von unseren Steinen getrennt! Es war die richtige Entscheidung!“ Stefanie Tutscher und Mario Anders aus Kirchberg/Iller freuen sich aufs Frühjahr, wenn rund um ihren Garten-Schuppen die Natur wieder erwacht. Statt der Kieselsteine, die vorher etwa 30 Quadratmeter Fläche bedeckten, blühen dort seit vergangenem Sommer jede Menge Blumen. „Bis in den November hinein haben wir uns daran erfreut“, erzählt der Unternehmer. Einen Eimer voll Kies hat das Paar nach der Umgestaltung ein paar Kilometer weiter entsorgt. Symbolisch, auf der Jungviehweide in Illertissen. Dort steht nämlich ein so genannter „Steinfresser“. Der wiederum ist ein wichtiges Utensil der Aktion „Entsteint Euch“, einst initiiert von drei Naturfreunden und Gartenliebhabern. Die Aktion geht mittlerweile ins fünfte Jahr und erfährt bundesweite Resonanz.

Text: Dieter Gaißmayer

Der im Folgenden zu lesende Artikel von Angelika Traub, der im Gartenmagazin (siehe Links) erschien, ist dort und auf der Facebook-Seite der Gärtnerei bei Leserinnen und Lesern auf so große Resonanz gestoßen, dass auch ich mich mit ein paar ergänzenden Worten zu diesem fragwürdigen »Trend« äußern will. Es besorgt uns schon seit Jahren, dass die Steinepest in immer mehr Vorgärten wütet, das Grün verschwindet, Wild- und Kulturbienen, Schmetterlinge, viele weitere Bestäuber und mit ihnen die Vogelarten dramatisch zurückgehen – von der neuen pflanzenbereinigten »Ästhetik« gar nicht erst zu reden! Und wissen die »Steinreichen« eigentlich, dass auf ihren Schotterflächen kein Sauerstoff mehr produziert wird, es also keine positiven Effekte auf das Mikroklima mehr gibt, wie Verdunstungskälte im Sommer oder Windschutz im Winter? Dass das Bodenleben verkümmert oder gar vernichtet wird, wenn die Flächen vollständig versiegelt werden?

Text: Angelika Traub (Beitrag in Gaißmayers Gartenmagazin)

Nein, weder in Wohlfühlmagazinen wie »Landlust« noch in den diversen populären bis elitären Publikumsgartenzeitschriften sind Schotter und die Tendenz zur Grundstücksabgrenzung durch vorgefertigte Betonmauer-Elemente, Gabionen und ähnliche Erfindungen der neuen »Steinzeit« ein Thema. Hier wird die erfreuliche Entwicklung ästhetischer, fantasievoller Gartenwelten gefeiert – von puristisch bis naturnah, immer aber mit dem selbstverständlichen Anspruch, Natur einzubeziehen und mit ihr zu gestalten.

Text: Ursula Klement (Beitrag in der Zeitschrift MUH/Ausgabe Nr. 29)

Ein Riesenschepperer – danach ist es für immer still. Es dauert nur ein paar Sekunden, um eine Lasterladung Kies in einem Garten abzukippen. Ein paar Sekunden – und der Garten ist kein Garten mehr, der Boden, der in Jahrtausenden entstanden ist, auf dem Rosen, Kopfsalat, Disteln, Himbeeren, Brennnesseln, eine Linde oder Gras wachsen könnten, ist zugeschüttet. Dieses Phänomen hat mittlerweile auch einen Namen, den ihm die gegeben haben, die es vor ihm graust: Es ist die Steinepest. Wo sie wütet, begräbt sie das Leben von Pflanzen und Tieren. Gestern Gartenparadies, heute Kieswüste.