Artikel unterschiedlicher Autorinnen und Autoren sollen hier thematisieren, kritisieren,
aber natürlich in erster Linie zum Nachdenken anregen, Impulse geben,
Lösungen vorstellen und eigene Ideen wecken. Es lohnt sich also, hin und wieder hier hereinzuschauen …

Text: Dieter Gaißmayer

Der im Folgenden zu lesende Artikel von Angelika Traub, der im Gartenmagazin (siehe Links) erschien, ist dort und auf der Facebook-Seite der Gärtnerei bei Leserinnen und Lesern auf so große Resonanz gestoßen, dass auch ich mich mit ein paar ergänzenden Worten zu diesem fragwürdigen »Trend« äußern will. Es besorgt uns schon seit Jahren, dass die Steinepest in immer mehr Vorgärten wütet, das Grün verschwindet, Wild- und Kulturbienen, Schmetterlinge, viele weitere Bestäuber und mit ihnen die Vogelarten dramatisch zurückgehen – von der neuen pflanzenbereinigten »Ästhetik« gar nicht erst zu reden! Und wissen die »Steinreichen« eigentlich, dass auf ihren Schotterflächen kein Sauerstoff mehr produziert wird, es also keine positiven Effekte auf das Mikroklima mehr gibt, wie Verdunstungskälte im Sommer oder Windschutz im Winter? Dass das Bodenleben verkümmert oder gar vernichtet wird, wenn die Flächen vollständig versiegelt werden?

Beitrag in Gaißmayers Gartenmagazin (s. Links)  -  Text: Angelika Traub

Nein, weder in Wohlfühlmagazinen wie »Landlust« noch in den diversen populären bis elitären Publikumsgartenzeitschriften sind Schotter und die Tendenz zur Grundstücksabgrenzung durch vorgefertigte Betonmauer-Elemente, Gabionen und ähnliche Erfindungen der neuen »Steinzeit« ein Thema. Hier wird die erfreuliche Entwicklung ästhetischer, fantasievoller Gartenwelten gefeiert – von puristisch bis naturnah, immer aber mit dem selbstverständlichen Anspruch, Natur einzubeziehen und mit ihr zu gestalten.

Beitrag in der Zeitschrift MUH (s. Links)/Ausgabe Nr. 29 - Text: Ursula Klement

Ein Riesenschepperer – danach ist es für immer still. Es dauert nur ein paar Sekunden, um eine Lasterladung Kies in einem Garten abzukippen. Ein paar Sekunden – und der Garten ist kein Garten mehr, der Boden, der in Jahrtausenden entstanden ist, auf dem Rosen, Kopfsalat, Disteln, Himbeeren, Brennnesseln, eine Linde oder Gras wachsen könnten, ist zugeschüttet. Dieses Phänomen hat mittlerweile auch einen Namen, den ihm die gegeben haben, die es vor ihm graust: Es ist die Steinepest. Wo sie wütet, begräbt sie das Leben von Pflanzen und Tieren. Gestern Gartenparadies, heute Kieswüste.

Beitrag DEGA-Galabau: Rettet-den-Vorgarten

In Fachkreisen und unter Naturfreunden wird aufgeregt über die Verwandlung von Pflanzflächen in Steinschüttungen diskutiert, und der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hat eine Initiative zur Rettung des Vorgartens gestartet. Wir haben uns angeschaut, was da wirklich passiert und wie sich dem Phänomen begegnen lässt.

Es breitet sich epidemisch aus: Landauf, landab verwandeln sich vornehmlich Vorgärten in Kies- oder Schotterflächen. Nicht, dass die meisten dieser vermeintlichen Visitenkarten vorher schön gestaltet gewesen wären.